Gut gelandet! oder: Erste Abenteuer

Hallo ihr Lieben,

viele liebe Grüße aus Washington DC!

Am Freitagmorgen ging es endlich richtig los. Nach dem letzten Packchaos am Donnerstag (die SIM-Karte hat sich nach langem Suchen im Siedler-Spiel angefunden ^^) mussten wir am Freitag früh aufstehen, um zwei Stunden vor Abflug in Schönefeld am Flughafen zu sein. Dort ging alles reibungslos und kurz darauf saßen wir im Flugzeug nach London. Wir waren ziemlich erstaunt, dass es bei Norwegian Airlines auf innereuropäischen Flügen sogar WLAN gibt. Nicht schlecht.

In London Gatwick hatten wir dann 6 Stunden Aufenthalt. Leider waren die Sitzgelegenheiten rar, aber irgendwann hatten wir eine gemütliche Bank in der Sonne erobert, die wir nicht mehr aufgegeben haben. Bei Anmeldung auf der Gatwick-Webseite gab es sogar Gratis-Kaffee von Prêt-à-manger, so ließ es sich doch aushalten.

Als es endlich so weit war und unser Flug bereit war, eilten wir schnell zum Gate. Dort erwartete uns allerdings eine böse Überraschung. Die Dame am Gate wollte unser Rückflugticket sehen. Unser was?! Sowas hatten wir doch gar nicht. Auch die lange Erzählung von unserem Auto und den Verschiffungspapieren half da nicht. Die ESTA-Bestimmungen sehen vor, dass man mit einer ESTA-Genehmigung nur das Flugzeug in die USA besteigen darf, wenn mein ein Rückflugticket hat. Wir sollten also schnellstmöglich eines buchen, wenn wir an Bord wollten. Schwitz. Also loggte Fabi sich schnell wieder ins WLAN ein, während Leo ihr Glück beim Reisebüro in Berlin versuchte (auf die Schnelle erfolglos). Hektisch überflogen wir die Stornierungsbedingungen der Buchung über Norwegian. Da stand irgendwas von Stornierung innerhalb von 24 Stunden. Ok, buchen. Panisch tippten wir auf unserem Handy rum und klickten uns durch den Buchungsprozess. Zu allem Überfluss fragte die Dame beim Boarding alle zwei Minuten nach, ob wir denn in der Zwischenzeit ein Ticket gebucht hätten („Yes, almost done, we are booking it right now…“). Die Kreditkarte wollte plötzlich eine TAN, das Handy war schon im Flugmodus und brauchte mehrere wie Jahre erscheinende Minuten, um sich wieder mit dem Netz zu verbinden. Schwitz, schwitz, im Hintergrund wurde gerade der Last Call für unseren Flug ausgerufen. Dann funktionierte der „Weiter“-Knopf nicht, die nächste TAN gaben wir falsch ein, während die Schlange am Flugzeug immer kürzer wurde. Panik machte sich breit. „Haben Sie schon Ihr Ticket gebucht?“ Jaja, mittendrin. Große Erleichterung, als dann endlich eine Buchungsbestätigung auf dem Display angezeigt wurde, mit der die Dame uns durchwinkte. Mit zitternden Knien und Fingern standen wir schließlich ganz hinten in der Schlange und durften auch ins Flugzeug. Dort ließen wir uns erst mal in unsere Sitze fallen und atmeten ein paar Minuten nur. Erst dann konnten wir uns darüber freuen, dass wir in einem nagelneuen Dreamliner saßen, mit dimmbaren Fenstern, Bildschirmen in jedem Sitz und USB-Anschluss. So sollte es sich doch 8 Stunden aushalten lassen bis New York. Das entpuppte sich leider kurz darauf als Trugschluss, als das Norwegian-Video verkündete, dass nur Essen und Trinken serviert wurde, wenn man das vorbestellt (und teuer bezahlt) hatte. Wie bitte, kein Essen bei 8 Stunden Flug? Die Snackbar für die übrigen Fluggäste würde in einigen Stunden öffnen, dann könne man dort etwas bestellen. Zum Glück hatten wir unsere Flasche noch einmal aufgefüllt vor dem Boarding. Aber nachdem wir den Schock mit dem Rückflugticket gemeistert hatten, würden wir auch einen Transatlantik-Flug ohne Essen überleben bzw. nur mit einem winzigen 7 Dollar-Sandwich zu zweit.

In New York wurden wir dann aber für all die vorigen Strapazen entschädigt. Wir hatten Glück und standen weit vorne in der Schlange für das Einreiseprozedere. Der Beamte stellte auch keine einzige Frage, sondern scannte nur unsere Fingerabdrücke, machte ein Foto und stempelte unsere Pässe. Wir schnappten uns unser Gepäck und fuhren mit der Metro zu unserer Unterkunft, die praktisch gelegen und noch dazu einfach zu finden war. Dann gab es erst mal zwei riesige Hühnchen-Sandwichs zum Abendessen, bevor wir uns mit der Flugstornierung auseinandersetzten. Hier erwartete uns gleich der nächste Schock, als das Ticket groß „non refundable“ verkündete und die Stornierungsbedingungen weitaus unübersichtlicher waren als beim Überfliegen festgestellt.

Aber ein Anruf beim Norwegian-Kundenservice brachte Erleichterung: Unsere Stornierung wurde akzeptiert, das Geld wird zurückerstattet. Kurz darauf hatten wir die schriftliche Bestätigung per E-Mail. Jetzt konnten wir beruhigt schlafen.

Die Nacht war trotzdem kurz, weil wir wegen des Jetlags schon um 5 Uhr morgens ziemlich wach waren. Wir stellten fest, dass wir das Schiff mit unserem Bus durch den Flug überholt hatten und es auf jeden Fall erst später als geplant abholen können. Also buchten wir unsere Airbnbs ein bisschen um, sodass wir nun drei Nächte in Washington haben und eine in Baltimore. Dann starteten wir unseren New York-Tag immer noch sehr früh um 7 Uhr morgens. Da wir so viel Zeit hatten, beschlossen wir, wieder einmal nach Manhattan zu laufen. So liefen wir letztlich den ganzen Tag mit zwei schweren Rucksäcken auf dem Rücken quer durch New York: Von Brooklyn über die Williamsburg Bridge nach Manhattan rein, dann den Broadway hoch am Times Square vorbei bis zum Central Park und schließlich zum Busbahnhof. Zwischendurch wurde natürlich der erste Shake Shack-Burger verputzt. Uns tat am Ende zwar alles weh, aber dafür hatten wir jede Menge von New York gesehen und schon mal für den Machu Picchu trainiert 😀

Der Greyhound-Bus brachte uns nachmittags sicher nach Washington, DC. Unsere erste Uber-Taxi-Erfahrung zur Unterkunft mit einem gesprächigen Fahrer verlief auch sehr nett. Mal sehen, was Washington für Überraschungen bereithält. Wir hoffen auf ein paar entspannte Tage, bis wir das Auto vom Schiff holen! 🙂 Das Schiff hat in der Zwischenzeit in New York im Hafen angelegt.