Goodbye USA und bienvenidos a Mexiko!

Reisekilometer: 5.695

Unsere letzten Tage in den USA verlaufen recht reibungslos.

Auf unserem Weg nach New Orleans hüpfen wir noch einmal ins Meer und testen das erste Mal unsere Campingdusche, was uns ein bewunderndes: „This is badass“ einbringt.

Später am Tag kommen wir wie geplant in New Orleans an. Wir begeben uns auf die Suche nach einem Schlafplatz, wozu wir durch das undurchsichtige Netz von übereinander (man könnte auch sagen durcheinander) gebauten Brücken finden müssen. Wir hatten zwar eigentlich ein paar Parkplätze zum Wildcampen beschrieben bekommen, uns wurden aber auch zahlreiche Warnungen mit auf den Weg gegeben, dass wir in New Orleans aufpassen sollen. Also checken wir in einem Motel 6 ein, nachdem die Parkplätze nicht vertrauenserweckend genug aussehen. Ein Zimmer mit Bad, Klimaanlage und Internet ist zur Abwechslung auch mal sehr schön. Hier ist es nämlich ganz schön heiß. Dann fahren wir mit dem Bus in die Stadt und erkunden den Nachmittag über das French Quarter. Ein wenig googeln hat ergeben, dass die Dinge, die man in New Orleans dringend machen muss, vor allem essen und trinken (und natürlich Musik hören) sind. Also gönnen wir uns typisches Essen der kreolischen Küche mit Cocktails im Café Maspero, was wohl sogar ziemlich berühmt ist. New Orleans gefällt uns gut. Die Häuser haben kleine Vorsprünge mit schönen Terrassen, manche in bunt, manche mit Blumen, und es gibt viele kleine Gassen, durch die wir entspannt schlendern. Abends setzen wir dann unseren Plan vom Jazz-Kneipenabend in die Tat um. Wir klappen mehrere Bars mit Live-Musik in verschiedenen Stilrichtungen ab und trinken hier und da einen Cocktail oder ein Bier. So lässt es sich leben 😉 Erst sind wir in Marigny unterwegs, wo aus jeder Bar andere Live-Musik schallt und Straßenkünstler ein Gedicht schreiben oder musizieren. Dann laufen wir zurück ins French Quarter, wo es richtig trubelig zugeht. Hier schallt nicht nur aus jeder Bar eine andere Musikrichtung, sondern es blinken auch an jedem Haus Reklametafeln, wo es die beste Musik, die beste Show oder die besten Cocktails gibt. Das Alkoholverbot auf der Straße scheint auch aufgehoben zu sein: Jeder schlürft an einem Cocktail to go und die berittene Polizei schaut gelassen zu. Immer wieder werfen Leute auch bunte Plastikketten von den Balkonen, die man fangen und sich umhängen kann. Was es damit auf sich hat, finden wir nicht heraus. Aber Spaß macht es trotzdem, hier langzubummeln. Wir gehen noch in eine Bar mit eher Pop- und RnB-lastiger Live-Musik, wo auch endlich mal etwas getanzt wird. Allerdings sind wir auch bald ziemlich müde, da wir einen langen Tag hinter uns haben und lassen uns mit dem Uber-Taxi zurück in unser Hotelzimmer kutschieren. Auch ganz komfortabel, sich fahren zu lassen.

Am nächsten Tag müssen wir um 11 Uhr aus dem Motel auschecken und erkunden die restlichen Viertel von New Orleans noch mit dem Auto. Aber wir haben Hummeln im Hintern und sind voller Vorfreude auf Mexiko, sodass es uns nicht mehr lange in New Orleans hält und wir uns am frühen Nachmittag wieder auf den Weg machen.

Die nächsten zwei Tage fahren wir viel und schlagen uns nach und nach bis Laredo an der mexikanischen Grenze durch. Aufregend ist eigentlich nur unsere erste und einzige Polizeikontrolle in den USA. Leo fährt gerade brav die Interstate 35 Richtung Laredo, als das Polizeiauto hinter uns plötzlich kurz mit der Sirene aufheult und uns rauswinkt. Hände aufs Lenkrad und keine unüberlegten Bewegungen heißt das hier. Sonst könnte der Polizist denken, man kramt nach seiner Waffe. Insgeheim überlegen wir, wo denn unser Zulassung gerade steckt. Aber der Polizist will gar keine Papiere sehen. Er meint nur, wir wären mit 50 mph (80 km/h) hier etwas zu langsam unterwegs, wo doch 70 mph Höchstgeschwindigkeit sind. Das könne gefährlich sein. Kein Problem, das können wir ändern, versichern wir. Wir wollten unser Busle ja nur in der Wüste etwas schonen, damit der Motor nicht zu heiß läuft. Aber jetzt fahren wir die letzten Kilometer bis zum Schlafplatz eben ein bisschen schneller.

In Laredo heißt es dann am 28.5.: Byebye USA und bienvenidos a Mexiko!

Unsere erste Grenze verläuft unerwartet unproblematisch. Alle Schritte, die man zur Einreise und Fahrzeugeinfuhr beachten muss, sind einzeln auf Tafeln durchnummeriert und ausgeschildert. Schritt für Schritt kämpfen wir uns durch den Bürokratiedschungel. Man muss viel anstehen, aber nach zweieinhalb Stunden sind wir und unser Auto erfolgreich eingereist und wir haben die obligatorische KfZ-Versicherung abgeschlossen (sogar viel günstiger als geplant). Die positiven Überraschungen gehen weiter: Die Landstraßen sind super ausgebaut und das Autofahren entspannt, es wird nicht viel gerast. Nur in den Städten lauern „topes“, kleine Hügel zur Geschwindigkeitsbegrenzung, die teilweise schlecht sichtbar sind, einem aber ganz schön das Auto zerlegen könnten, wenn man sie übersieht. Also immer schön Augen auf im Straßenverkehr!

Die erste Nacht schlafen wir auf einem wunderschönen Campingplatz in den Bergen bei Monterrey, wo es sogar einen Pool gibt. Am nächsten Tag stehen wir früh auf, um bis nach Aguascalientes zu kommen. Hier schlafen wir auf einem Hotelparkplatz und essen super leckere Tacos an einem Stand auf der gegenüber liegenden Straßenseite. Da wir unsere dritte Nacht in Mexiko schon bei Larry in Barra de Navidad verbringen möchten, stehen wir erneut früh auf und fahren knapp 9 Stunden bis zur Pazifikküste. Nun sind wir genau sieben Tage seit Orlando durchgefahren, einmal von der Atlantik- bis zur Pazifikküste.

Jetzt stehen erstmal ein paar Tage Erholung in Barra de Navidad an. Larry hat uns total nett aufgenommen, er hat uns ein Gästehaus hergerichtet, sogar die am Haus angeschlossene Garage ist groß genug für unseren Bus. Barra de Navidad ist ein idyllischen kleines Dorf an der Pazifikküste und gefällt uns super. Heute gab es als Einstimmung schon mal die bisher besten Tacos und morgen werden wir den Strand unsicher machen.

Liebe Grüße aus Mexiko!