Der lange Weg nach Hause

Reisekilometer: 25.432

Hallo ihr Lieben!

Heute melden wir uns schon aus Deutschland. Eine Woche sind wir bereits zurück und schon wieder vollständig im Alltag angekommen. Aber fangen wir besser von vorne an:

Das vorletzte Land auf unserer traumhaften Reise bereisen wir nur im Norden. Wir fahren von der bolivianischen Grenze aus quer durch den Norden Argentiniens bis nach Buenos Aires. Es gibt zwar sehr gute Autobahnen, aber die Strecke ist weit, sodass wir drei Fahrtage brauchen. Der letzte Tag in den Anden wartet noch einmal mit fantastischer Landschaft auf, dann wird es grün und platt. Ein bisschen wie in Brandenburg, finden wir. Argentinien überrascht uns durch seine teuren Preise. Diesel kostet hier so viel wie in Deutschland und auch viele andere Lebensmittel sind teuer, dafür sind Rindfleisch und Rotwein sehr günstig. Das genießen wir und essen jeden Abend gute argentinische Rindersteaks. Wir müssen feststellen, dass Argentiniens Campingplätze nach den Wirtschaftskrisen der letzten Jahre bessere Zeiten hatten als heute. Jeder Ort hat zwar meist mehrere Campingplätze, die wurden aber seit mindestens 20 Jahren nicht gepflegt. Die Waschräume sind größtenteils nicht mehr funktionsfähig und alles sieht sehr heruntergekommen aus, dafür sind die Übernachtungspreise auch günstig. Wir schlafen also mal auf einem heruntergekommenen Campingplatz und mal an Tankstellen mit Duschen. In Buenos Aires angekommen parken wir ein bisschen außerhalb bei einem sehr netten Amerikaner, der eine Wohnmobilvermietung betreibt. Dort ist es schön ruhig und wir entscheiden uns, zwei Nächte zu bleiben und am nächsten Tag Buenos Aires per Fahrrad zu erkunden.

Mit einem Tag Verzögerung, weil wir wieder mal auf unsere Wäsche warten und nicht losfahren können, geht es weiter in Richtung Uruguay. Wir sind die lateinamerikanischen Zeitangaben mittlerweile gewohnt und nutzen den Tag, um shoppen zu gehen. Unsere letzte Grenze auf dem Landweg steht uns bevor. Diese entpuppt sich als die einfachste der ganzen Reise. Die Reisepässe werden beim Durchfahren an einer Art Drive-In gestempelt, eine Versicherung haben wir schon in Argentinien abgeschlossen und die temporäre Einfuhrerlaubnis für das Auto erhalten wir auch innerhalb von wenigen Minuten. Begeistert fahren wir also am selben Tag noch bis zu unserem letzten Ziel: Montevideo. Hier haben wir jetzt noch zwei Tage Zeit. um das Auto für den langen Weg nach Hause vorzubereiten und abzusichern. Die zwei Nächte campen wir wild neben einem Leuchtturm am Meer. „Urbanes Camping“ hat es jemand im iOverlander treffend genannt, mitten in der Stadt, aber wunderschön. Hier treffen wir noch weitere Overlander. Manche befinden sich ganz am Anfang ihrer Reise, andere genießen, wie wir, ihre letzten Abende im Fahrzeug. Abends grillen wir gemeinsam, tauschen Erlebnisse aus und genießen die Aussicht auf die Skyline von Montevideo. Tagsüber kaufen wir wieder einen Drahtzaun um die Innenkabine zuzuschrauben und packen unsere Taschen für die letzten Tage ohne VW-Bus. Die Abgabe im Hafen verläuft problemlos, das Auto wird mit Hilfe eines riesigen Röntgenapparats gescannt, aber nicht wirklich durchsucht.

Kaum haben wir den Bus abgegeben, springen wir ins nächste Taxi und fahren zum Busbahnhof. Für die letzten drei Tage vor unserem Rückflug haben wir nämlich noch etwas ganz Besonderes geplant. Wir haben uns eine einsame Eco-Strandhütte in einem kleinen, abgelegenen Dorf nördlich von Montevideo gemietet. Hier genießen wir das Meer, den Strand und unsere Hütte, um genügend Energie für den langen Rückflug nach Deutschland zu sammeln. Am ersten Tag erleben wir zwar eine richtige Sturmflut mit, am Tag darauf strahlt dafür die Sonne, sodass der Strandspaziergang doppelt Spaß macht.

Nach einer letzten Nacht bei unseren netten Airbnb-Gastgebern in Montevideo, die uns sogar noch mit auf ein Konzert nehmen, geht es ab nach Hause. Der Rückflug dauert insgesamt 24 Stunden und 30 Minuten, weil wir 10 Stunden Aufenthalt in Madrid haben. Müde aber pünktlich kommen wir zu Hause an und werden herzlich von unseren Eltern empfangen.

Nun befinden wir uns wieder im normalen Leben. Es waren traumhafte sechs Monate. Wir freuen uns, endlich wieder all unsere Freunde um uns herum zu haben, denken aber auch jeden Abend glücklich an diese wunderschöne Zeit zurück! Die letzten Videos (Peru, Bolivien, Argentinien und Uruguay) werden wir in den nächsten Wochen noch schneiden und hier wie gewohnt veröffentlichen. Wir möchten uns auch hier nochmal bei allen bedanken, die uns diese traumhafte Zeit ermöglicht haben, sowie allen, die wir getroffen haben, und allen, die bei unseren Abenteuern auf diesem Blog mitgefiebert haben!

Liebe Grüße aus Berlin,

Leo und Fabi