Neuanfang oder: Von Plänen und anderen Unwägbarkeiten

Hallo ihr Lieben,

wie Ihr schon aus unserem letzten Blogeintrag wusstet, haben wir wieder eine Südamerika-Reise vor uns. Sie führt uns nach Patagonien ans Ende der Welt oder jedenfalls ans Ende des Kontinents und soll damit unsere Panamericana-Reise Richtung Süden vervollständigen.

Wie wir schon auf unserer großen Reise festgestellt haben, geht immer dann etwas gehörig schief, wenn wir gerade einen schönen, etwas überdetaillierten Plan ausgeheckt haben. Diese Reiseweisheit hat sich leider auch dieses Mal bewahrheitet… Vor lauter ganz wunderbaren und aufregenden Plänen von einem Roadtrip, der in einer Rundtour von Puerto Montt in den Süden und wieder zurück führen sollte, haben wir ein schnödes, aber leider wichtiges Detail vergessen. Obwohl wir tausend Mal darüber geredet haben, haben wir es im Jahresendspurt einfach verschwitzt, der Mietwagenfirma mitzuteilen, dass wir die Grenze nach Argentinien überqueren wollen. Und da der Grenzübertritt mit einem Mietauto eine spezielle Genehmigung erfordert, deren Ausstellen ganze sieben Werktage in Anspruch nimmt, ist es dafür an Heiligabend natürlich viel zu spät. Das ist mal eine unerfreuliche Weihnachtsüberraschung! Schweren Herzens müssen wir die kostenlose Stornierung in Anspruch nehmen und unseren Traum von einem Roadtrip entlang der Carretera Austral, der Straße bis ganz in den Süden von Chiles Festland, verwerfen.

Heiligabend verbringen wir deshalb zu weiten Teilen vor dem Computer, starren entgeistert Google Maps an und suchen einen Ausweg aus unserem Dilemma. Wir buchen Flüge um, kaufen Bustickets, fragen Mietwagen an und verzweifeln immer wieder an den geografischen Gegebenheiten, die ständig einen Grenzübertritt erfordern. Aber langsam formt sich ein Plan, wenigstens für die ersten zwei Wochen: Wir starten nun in Punta Arenas und erkunden als erstes Feuerland, bevor wir den heiß ersehnten und lange gebuchten Rundweg um das Torres del Paine-Massiv wandern. Ab dann muss unser ursprünglicher Plan leider stark modifiziert werden. Aber man muss es positiv sehen: Durch den Flug weiter in den Süden gewinnen wir Zeit und durch die Unabhängigkeit von Fähren ein wenig Flexibilität.

Noch etwas unsicher besteigen wir am 25. Dezember um 6 Uhr den Flieger, der uns über Amsterdam und São Paulo nach Santiago bringt. Aber schon in Amsterdam beschließen wir, dass wir unsere neu gewonnene Zeit nutzen, um die Gegend um El Calafate und El Chaltén im Süden und Bariloche oder Puerto Montt im Norden etwas ausgiebiger zu erkunden, bestenfalls jeweils mit einem Mietwagen. Jetzt sitzen wir im Flieger nach São Paulo und freuen und schon sehr auf unsere Reise in ihrer neuen Form. Geplant haben wir erst mal vorsichtig, um weiteren Katastrophen vorzubeugen, aber ansonsten wissen wir ja, wie man den Mietwagen storniert Und am Ende greift eh eine andere Reiseweisheit: Verpassen tun wir überhaupt nichts, wir lassen nur ein paar Ziele für die nächste Reise übrig.

In diesem Sinne: Auf ins Abenteuer Patagonien! Wir werden Euch hoffentlich ab und zu auf dem Laufenden halten.

Liebe Grüße,

Leo und Fabi

P.S. Hier auch schon erste Eindrücke aus Santiago de Chile, wo wir einen Tag verbracht haben.