Verschiffung und Einreise Deutschland – USA

Wir verschiffen unser Auto mit SeaBridge. Wir haben uns für die Verschiffung von Hamburg nach Baltimore entschieden, da man nach Baltimore auch private Gegenstände im Auto transportieren darf und nicht nur Campingausrüstung. Das erleichtert unsere Gepäcksituation ungemein.

Wir haben SeaBridge gewählt, weil sie im Internet als sicherster Anbieter gelten. Auch wir haben mit SeaBridge bis jetzt durchweg positive Erfahrungen gemacht: Der Kontakt ist schnell und nett und wir haben nach der Buchung zahlreiche hilfreiche Informationen zugesandt bekommen.

Hier die wichtigsten Infos:

  • Gasflaschen: dürfen nur leer transportiert werden. Das Auffüllen deutscher Flaschen in den USA ist nur mit einem Adapter möglich, der allerdings nicht zugelassen ist. Wir werden unsere Flasche hier lassen und in den USA eine neue kaufen. Einen Adapter, um amerikanische Gasflaschen mit deutschen Anschlüssen zu verbinden, gibt es direkt bei SeaBridge zu kaufen (28 €).
  • Einreise USA: wird bei Buchung mit SeaBridge größtenteils von SeaBridge abgewickelt, jedenfalls sehr gut erläutert. Neben Fahrzeugpapieren, Führerschein (international) etc. werden zwei Formulare benötigt, EPA (Umweltbehörde) und ISF (Autoüberführung). Die Zollformalitäten in den Häfen erledigt SeaBridge, man muss aber beim Abgeben und Abholen Zeit einplanen für die Vorgänge, die nur vom Fahrzeughalter vorgenommen werden können.
  • Transportversicherung: wird für 0,9 % des Zeitwerts von SeaBridge angeboten. Wir haben uns dafür entschieden, unseren Bus zu versichern.
  • KFZ-Versicherung: kann über SeaBridge organisiert werden. Die Versicherung, mit der SeaBridge zusammenarbeitet, wollte unser Auto aber nicht versichern, weil es zu alt ist (über 19 Jahre). Wir haben als nächstes bei TourInsure angefragt. Der Kontakt war nett, die Antwort hat aber mehrere Wochen gedauert und am Ende bekamen wir ein unheimlich teures Angebot. Es war wohl nur möglich, eine Vollkasko-Versicherung abzuschließen. Als nächstes haben wir die ganze Liste an Versicherungen von PanamericanaInfo angeschrieben. Es kamen weiterhin viele Vollkasko-Angebote über Laufzeiten von mindestens 6 Monaten (wir sind nur ca. einen Monat in den USA). Letztlich haben wir ein sehr gutes Angebot (nur Haftpflicht) von der Lions Group Insurance bekommen. Die haben in Ihrer Filiale in Süd-Florida sogar einen deutschen Ansprechpartner, mit dem wir telefoniert haben. Die Abrechnung erfolgt hier nur für die benötigte Zeit, ab dem Tag der Ausreise nach Mexiko wird die Versicherung gekündigt und wir bekommen eventuell zu viel geleistete Zahlungen in Form eines Schecks zurück. Die Abwicklung war einfach: Die Zahlung lief per Kreditkarte, wir haben bereits alle Formalitäten erledigt und sogar schon die ID-Card unserer Police erhalten.
  • Versicherungspflicht in den USA für KFZ: Die Gesetze sind in jedem Staat unterschiedlich. In Maryland ist eine Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben und bei der Ausfahrt aus dem Hafen gibt es regelmäßig Kontrollen. Bei Verschiffung nach Baltimore muss man also eine Versicherung haben.
  • ADAC: Der ADAC ist bei solchen Reisen immer ein treuer Begleiter. Auch wenn der normale KFZ-Service nicht auf dem amerikanischen Kontinent greift, so bekommt man als ADAC-Kunde doch wenigstens ausführliche Informationen (auch Grenzformalitäten) über jedes Reiseland und hätte Anspruch auf speziellen Krankentransport im Notfall. Die Informationen vom ADAC sind zwar hilfreich, aber man sollte sich nicht davon abschrecken lassen. Für viele Länder wird eine internationale Zulassungsbescheinigung empfohlen, das scheint aber Quatsch zu sein. Die Zulassungsbehörde in Berlin kann uns so etwas zumindest nicht ausstellen und andere Panamericana-Reisende haben dies auch nicht benötigt. Ebenso empfiehlt der ADAC für einige Grenzübergänge ein „carnet de passages“. Das ist ein sehr teures Dokument, das man u.a. beim ADAC beantragen kann. Neben den Kosten von über 200 € würde hierfür eine Kaution von 5.000 € anfallen. Verliert man das Dokument, hat man wohl große Probleme, sein Geld wiederzubekommen. Da uns das zu teuer war und auch keiner der Panamericana-Blogs, die wir verfolgen, ein solches Dokument benötigt hat, haben wir uns dagegen entschieden.
  • Abholung aus dem Hafen in Baltimore: Hier haben wir uns vom Agenten Herrn Müller, der auch von SeaBridge empfohlen wird, helfen lassen. Herr Müller ist bei den Speditionen und Zollbeamten vom Hafengelände bekannt, sodass das ganze Prozedere schneller und reibungsloser geht. Zudem kostet der Service von Herrn Müller nicht viel mehr als der eh erforderliche TWIC-Escort. Für uns hat das super geklappt, wir hatten unser Auto innerhalb von 30 Minuten.

 

  • Krankenversicherung: Die meisten deutschen Versicherungen versichern Auslandsaufenthalte nur für eine begrenzte Zeit. Man muss sich vor Ausreise über die Dauer erkundigen und gegebenenfalls eine Zusatzversicherung abschließen. Wir haben hierzu eine private Auslandsversicherung bei der Continentale abgeschlossen.
  • Visum bzw. ESTA: Für die USA muss einige Tage vor Einreise das ESTA-Formular ausgefüllt werden. Der Beamte vom amerikansichen Konsulat in Berlin meinte, es dürfte kein Problem sein, über Land einzureisen und mit dem Auto auszureisen, auch mit ESTA. Letztendlich waren wir uns da nicht mehr so sicher, nachdem wir einerseits Probleme bei der Einreise ohne Rückflug hatten (s.u.) und andererseits unsere Ausreise auf dem Landweg jetzt nicht registriert wurde (siehe Grenze USA-Mexiko). Da sollte man sich vielleicht noch mal etwas genauer erkundigen, falls man wie wir die Panamericana von den USA aus startet.
  • Rückflugticket: Die Einreise mit ESTA-Genehmigung ist nur mit einem Rückflugticket möglich, das nicht nach Mexiko, Kanada oder auf nahe gelegene Inseln gehen darf. Ohne Rückflugticket müsste man ein Visum beantragen. Die Airlines dürfen Fluggäste ohne Rückflug oder Visum bereits nicht an Bord des Flugzeugs in die USA lassen. Das ist allerdings eine ziemlich formale Voraussetzung, man kann also einen Rückflug buchen und nach der Einreise wieder stornieren. Uns wurde das erst in London beim Umsteigen klar, als die Airline uns nicht an Bord lassen wollte. Das amerikanische Konsulat hatte uns auf dieses Erfordernis nicht hingewiesen, als wir uns nach der Einreise per Flugzeug und Ausreise per Auto erkundigt haben, sondern gemeint, das müsse möglich sein. Wir haben dann eine Buchung über Norwegian Airlines vorgenommen, die innerhalb von 12 Stunden telefonisch wieder storniert werden konnte. Um sich die Hektik einer Online-Buchung am Flughafen zu sparen, sollte man besser bereits ein Rückflugticket haben, das man über einen längeren Zeitraum stornieren kann.

Weitere Infos zur Verschiffung findet ihr im Beitrag „Verschiffung Deutschland – USA„.